Freitag, 15. November 2013.„Wir wollen nicht, dass die Stimmung kippt“.

Ein gutes Betriebsklima ist „Gold wert“: Es erhöht die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, steigert die Innovationsfähigkeit von Unternehmen, schafft Loyalität, Aufrichtigkeit und Authentizität, verhindert Fluktuation und erleichtert die Personal-Akquise. Gute Fachkräfte sind heute schwer zu finden, umso wichtiger ist es, dass sie möglichst lange bleiben. Gehen sie nach kurzer Zeit, verursacht das nicht nur hohe Recruiting-Kosten, sondern das Unternehmen kann auch kein Wissen durch Erfahrung aufbauen. In Fortbildungen investiertes Kapital wird vernichtet. Das Betriebsklima beeinflusst also entscheidend das Betriebsergebnis. Keinem Geschäftsführer/ keiner Geschäftsführerin kann das egal sein. Aber ab wann besteht Handlungsbedarf?

Sichere Anzeichen  für ein Kippen der Stimmung sind eine hohe Fluktuation und negativer „Flurfunk“. Fluktuation kann man messen, Flurfunk nicht. Trotzdem besteht zwischen beidem fast immer ein Zusammenhang. Das Dumme ist, dass eine negative Stimmung sich oft selbst verstärkt und nicht einmal unbedingt etwas mit der Realität zu tun haben muss.

Kritisch wird es, wenn sich Negativschlagzeilen in Windeseile verbreiten, Positives hingegen negiert oder als selbstverständlich angesehen wird. In dieser Situation kann ein „Break“, eine Umkehr, für das Unternehmen überlebensnotwendig sein: Die Rückbesinnung auf Positives (das es in jedem Unternehmen gibt), positives Denken und eine wertschätzende Haltung einüben, das halb volle Glas sehen. Im nächsten Schritt dann können auch nicht optimale Sachverhalte angesprochen werden. Fast immer gibt es einen Grund, warum man Dinge so und nicht anders handhabt. Läuft alles gut, kann man gemeinsam nach besseren Lösungen suchen.

Die Investition in einen solchen Prozess lohnt sich! Selbst dann, wenn die Stimmung schon gekippt ist. Ein schlechtes Betriebsklima kostet Unternehmen sehr viel Geld. Sie können sogar daran scheitern.

 

 

1 Kommentar

  1. Wie wahr!
    Handlungsbedarf besteht immer und beginnt bereits im Bewerbungsinterview neuer Mitarbeiter/innen.
    Bereits hier wird am Fundament eines guten Klimas gearbeitet. Gezielt oder unbeabsichtigt.
    Betriebsklima = Chefsache ! Er / sie ist Hauptklimaverursacher/in ! ! !
    Wer als Vorgesetzter sich nicht als Berufsbegleiter/Berufscoach seiner Mitarbeiter/innen versteht, hat
    in seiner Ausbildung zur Führungskraft offenbar eine wichtige Lektion übersprungen. Wer aber in diese Coachingrolle einsteigt, programmiert den positiven Klimawandel.
    Sobald jedoch das Interesse an den Arbeitsergebnissen das Interesse an den Mitarbeiter-Persönlichkeiten zu deutlich übersteigt, ist negativer Klimawandel vorprogrammiert.
    Ist die Stimmung im Kippen, dann:
    – die übliche Resignation und Ratlosigkeit aufgeben; nicht lange grübeln
    – Selbstvertrauen mobilisiern (dabei evtl.helfen lassen)
    – Rein ins Gruppengespräch (aber gut vorbereiten; evtl. helfen lassen)
    … Kritik aushalten
    … keine Rechtfertigungsarien singen
    … fragumentieren statt argumentieren (bei Klimafragen geht es um die Mitarbeiter/innen,
    nicht um die Chefbehaglichkeit !)
    … sich in die Seele der Mitarbeiter/innen hineinfragen
    … auf die Selbstheilungskraft der Crew vertrauen (nur wer Vertrauen schenkt, gewinnt
    Vertrauen)
    … Änderungsvereinbarungen mit den Mitarbeiter/innen erarbeiten (nicht diktieren)

    Und schon treibt der Wind der Zuversicht die Wolken des Missmutes davon, denn:
    „Nur des Geistes Kraft allein schneidet in die Seele ein“ Wilh. Busch.
    ……….ach wären Chefs und Chefinnen doch nur nicht so beratungsresistent.

    Günther Nieschmidt (Unternehmenshelfer)

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