Mittwoch, 28. Mai 2014.Welchen Wert hat Ausrangiertes?

„Ich mag Müll“ singt Oscar aus der Sesamstraße. „Wir mögen Müll“ sagen auch die Menschen, die mit Upcycling von sich reden machen, die Ausrangiertes nicht einfach wegwerfen, sondern Neues daraus machen und es über einschlägige Internet-Plattformen verticken. Auch Repair-Cafés http://repaircafe.org/de/ in denen man allein oder gemeinsam mit anderen seine kaputten Lieblings-Teile reparieren kann (Werkzeug, Material und Reparatur-Experten inklusive) sprießen weltweit aus dem Boden und schaffen eine neue Kultur der Wertschätzung.

Hintergedanke ist, Ressourcen zu schonen, Abfall zu vermeiden, eine Wertschöpfung der besonderen Art zu schaffen, aber auch, Dinge zu erhalten, an denen man besonders hängt. Was bei uns mittlerweile sehr „angesagt“ ist, ist in vielen Entwicklungsländern mangels Material und Ressourcen seit Langem bittere Notwendigkeit. Mangel herrscht hierzulande nicht. Wir haben zu viel von allem, werfen Lädiertes, scheinbar Unmodisches oder für uns uninteressant Gewordenes leichtfertig weg und produzieren damit riesige Müllmengen.

Upcycler und „Repairer“ verwandeln mit Kreativität und Witz scheinbar Verbrauchtes in neue Gebrauchsgegenstände. Dahinter verbirgt sich auch eine Form von Respekt vor den Produkten und den Menschen, die sie einmal hergestellt haben.

Die Ideen sind nicht nur schön, sie sind auch sinnvoll. Und sie zeigen, dass sich immer mehr Menschen Gedanken über nachhaltigen Ressourcen-Ge- und -Verbrauch machen, die nicht warten, bis andere etwas tun, sondern selbst die Dinge in die Hand nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn dabei Schönes herauskommt und das auch noch hip ist – umso besser!

Steigert Upcycling eigentlich das Bruttoinlandsprodukt?

Foto: Werkstatt in Jinja, Uganda

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