Donnerstag, 31. Juli 2014.„Unsere Stärke ist die Vielfalt“ …

Foto: Lea Nieschmidt

… stand auf einem Transparent am Zaun eines Kulturfestes in Stuttgart. Und ich dachte bei mir: So lange wir auf einem Transparent mit Vielfalt werben müssen, ist sie nicht selbstverständlich. Dabei stimmt das – zumindest auf diese Region bezogen – nicht. Vielfalt ist selbstverständlich, und sie ist unbestritten eine Stärke, wenn nicht DIE Stärke schlechthin.

Der Südwesten Deutschlands zieht seit Jahrzehnten viele Zuwanderer an, und dieser Trend ist ungebrochen. Das Statistische Landesamt veröffentlichte jetzt zwei interessante Prognosen für den Südwesten: die Zuwanderung aus dem Ausland wird bis 2020 um insgesamt 2,7 Prozent zunehmen. Dieses Jahr wächst die Wirtschaft um 2,5 Prozent (Bund: 1,8 Prozent).

Nun ist Wirtschaftswachstum nicht alles und Prognosen sind oft falsch. Tatsache ist trotzdem: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Vielfalt und Entwicklung, sofern Vielfalt als Bereicherung und lösbare Herausforderung wahrgenommen wird. Tatsache ist auch, dass diese Region sehr stark in eine Willkommens-Kultur investiert.

Wie wir unterschiedliche Fähigkeiten, Neigungen und Verhaltensweisen, körperliche, geistige oder seelische Beeinträchtigungen, kulturelle oder religiöse Hintergründe akzeptieren, tolerieren und nutzen, ist eine Schlüsselkompetenz für Integration oder Inklusion. Auf Erreichtem können wir uns leider nicht auszuruhen! Nachjustieren, Kompromisse aushandeln, Gegenleistungen definieren und einfordern, Vertrauen schaffen müssen wir laufend. Das braucht Zeit, Geduld, Kraft und starke Nerven. Der Lohn dafür ist eine funktionierende, anpassungsfähige, kreative, (leistungs)starke Gemeinschaft, widerstandsfähig gegen schnelle Urteile – egal ob Gesellschaft, Belegschaft, Fußballteam.

Joachim Löw hat, so habe ich gelesen, die Nationalmannschaft auf diese Weise entwickelt. Und er hat seine „Jungs“ nicht nur nach fußballerischem Können sondern auch nach ihren Charaktereigenschaften und ihrer Teamfähigkeit ausgewählt. Für die Vielfalt der Herkunft ist Fußball schon lange das große Vorbild.

Ist Jogis Kompetenz nicht ein großes Glück für uns?

Kommentare (3)

  1. Liebe Hannelore,

    schließe mich gerne den Schreiberinnen an. Wunderbar nachgedacht, Super Foto von Lea! Deine Anregungen inspirieren mich immer zum Gespräch. Du gibst einen klugen Input zum Weiterdenken.
    Danke dafür!

  2. Toller Blog und wieder mal wunderbar geschrieben, so das frau/mann den tieferen Sinn zwischen den Zeilen lesen kann, wenn Sie/Er dazu bereit ist!!!
    Mit herzlichen Grüßen
    Mona

  3. Salut liebe Hannelore, das ist ein sehr schöner Blog heute. Tolles Foto von Lea!!! Sie hat ja ein sehr gutes Auge. Sehr liebe Gruesse an Euch alle von Eurer CC

← Zurück zu allen Artikeln