Freitag, 20. September 2013.Open House-Veranstaltung die Zweite – CSR* und Inklusion

Zwei Impulsvorträge, ein Interview und die Vorgeschichte zum CSR-Engagement von Open House: Es waren wohl die unterschiedlichen Kontexte und „Reifegrade“ der präsentierten CSR-Projekte, die die spannende Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung am 18. September ausgelöst haben. „Ich habe wirklich viel Erfahrung mit Inklusion, ob in Unternehmen, Schulen oder Projekten. Trotzdem habe ich heute noch einmal einen neuen Blick auf den Nutzen bekommen. Die positive Auswirkung auf die Motivation der Beteiligten, und zwar aller Beteiligten, habe ich bislang unterschätzt.“ Dieses Feedback eines Gastes fasst die Eindrücke des Nachmittags gut zusammen und freut uns natürlich sehr.

Der Auslöser dafür, dass wir zusammen mit Unternehmen deren CSR-Strategien und –Projekte entwickeln, liegt vier Jahre zurück: Das gesellschaftliche Engagement von Open-House begann mit dem inclusion life art network (ilan), einem Künstlernetzwerk für Menschen mit Behinderung und seiner Initiatorin Mona Weniger. Der Umgang mit und der Einsatz für Künstler mit Handicap waren unsere Initialzündung.

Unsere Gäste

Alter Hase, oder „Häsin“, mit ihrer 13-jährigen Erfahrung in Sachen CSR und den Special Olympics Deutschland ist Dr. Marion Hebach, Leiterin der Internen Kommunikation beim Technologiekonzern ABB. Einen ausführlichen Bericht über dieses Engagement ist hier zu finden. Eine ihrer Kernbotschaften war: Eine CSR-Strategie kann nicht von Beginn in allen Details geplant werden. Sie muss sich entwickeln können und angepasst werden. Man braucht einen langen Atem.

In einem locker-leichten Ping-Pong stellte das Direktorentandem Thomas Schnell und Viola Knogler von der Heinrich Schickhardt-Schule seine inklusive Gemeinschaftsschule vor. Auch dieses Projekt brauchte einen langen Atem, bis es wirklich zu dem wurde, was es heute ist. Es begann „ganz einfach“ vor 20 Jahren, ohne große konzeptionelle Planung mit der Aufnahme einer Grundschülerin mit Down Syndrom. Eltern, die wissen, dass ihr Kind – ob normal oder hoch begabt, ob mit oder ohne Handicap – vom inklusiven Lernen profitiert, schicken ihre Kinder ganz bewusst auf diese Schule – und es werden immer mehr! Jetzt sammeln Unternehmen vor Ort ihre ersten CSR-Erfahrungen in unterschiedlichen Projekten mit Lehrern und Schülern.

Zuletzt beeindruckte Stefan Wegner, Bereichsleiter im bhz, einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung, mit seinen Erfolgen bei der Vermittlung seiner Werkstatt-Mitarbeiter an Unternehmen. Er hat er es erreicht, dass High Tech-Unternehmen wie Bosch oder Trumpf Lasertechnik Verträge mit dem bhz geschlossen haben. „Seine“ Mitarbeiter mit Handicap arbeiten in diesen Firmen inklusiv gemeinsam mit Bosch- und Trumpf-Angestellten. Nur eben ein bisschen langsamer. Auch das ist CSR!

Fazit und Ausblick

Wir als Gastgeber haben mit dieser zweiten Open House-Veranstaltung das erreicht, was unser Anliegen war: Es sind Kontakte entstanden, sie wurden vertieft, es gab konkrete Anfragen an uns und, besonders schön, unter den Gästen. Wir haben zur Diskussion angeregt und aufgefordert, Standpunkte einzunehmen. Wir freuen uns auf die nächste Open House-CSR-Veranstaltung, Open House 3: Sie findet statt am Donnerstag, den 20. Februar 2014, von 14 bis 17 Uhr. Wir wollen Unternehmen und ihr CSR-Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit vorstellen.

*Zum Schluss noch die Erläuterung: CSR steht für Corporate Social Responsibility. „Social“ heißt nicht „sozial“ sondern „gesellschaftlich“. Mit CSR ist also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen gemeint. Ein Unternehmen, das diese Verantwortung nicht übernimmt, wird nicht überleben.

credit: Wolf Peter Steinheißer

← Zurück zu allen Artikeln