Dienstag, 23. Oktober 2012.Können Unternehmen Facebook aussitzen?

Sie sollten es nicht! Anfangs dachte man, man könne das Internet aussitzen. Heute haben alle Unternehmen und sogar (fast) alle Klein-Unternehmer eine Website. In drei bis fünf Jahren wird jedes Unternehmen eine Seite bei Facebook oder Google+ haben. Schon jetzt sagen 71% der vom Deutschen Institut für Marketing (DIM) befragten Dienstleistungsunternehmen, dass sie social media einsetzen. Nicht etwa, weil sie sich Umsatzsteigerungen erwarten. Sie wollen damit ihre Bekanntheit steigern (71%) oder eine bessere Kundenbindung (77%) erreichen. Kunden oder Bewerber hingegen wollen wissen, wie tickt das Unternehmen, für das ich mich interessiere? Ist es offen, neugierig, kritikfähig? Ist es interessiert am Dialog? Pflegt es eine Kultur der Kommunikation?

In meinen Unternehmens-Workshops und -Seminaren sagen die Teilnehmer dann oft: „Dann lasst uns doch einen Blog auf unserer Website und eine Facebook-Seite einrichten. Das ist doch schnell gemacht.“ Wenn es denn so einfach wäre…

Wer nicht nach einem Jahr mit nur 20 Followern (Abonnenten) frustriert die Segel streichen will, sollte sich vorher über ein paar Dinge klar werden: über Ziele und Zielgruppen, Zeitaufwand, personelle und finanzielle Ressourcen und darüber, wie die social media-Kommunikation in die Gesamtkommunikation integriert werden kann. Kurz: Ein Konzept hilft, frühes Scheitern und großen Frust zu vermeiden. Die entscheidende Frage aber bleibt: Ist mein Unternehmen „bereit“ für offene, kritische, neugierige Fragen und ist es interessiert am Dialog.

Unternehmen – auch Klein-Unternehmer – sind gut beraten, sich einem kritischen Dialog mit ihren Kunden und Nutzern zu öffnen und eine Veränderung ihrer Kommunikationskultur einzuleiten. Eine neue Generation steht in den Startlöchern, die für Geheimhaltung kein Verständnis mehr hat.

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