Mittwoch, 24. April 2013.Google finanziert Institut für Internet und Gesellschaft an der Humboldt Uni

Das im März 2012 von drei Gesellschaftern (Humboldt Universität zu Berlin (HU), Universität der Künste (UdK) und Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) gegründete Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) bezeichnet sich als unabhängig.  Dezidiert, mehrfach und ausdrücklich.

Themen, Diskussionsbeiträge und Veranstaltungsgäste lassen allerdings Zweifel aufkommen: Open Science, Open Journalism, Open Software & Open Design, Herausgeber und Redakteure reflektieren über die Entstehungsgeschichte einer Zeitschrift und laden dazu Experten zum Thema Open Access ein. Zu einer Diskussion über die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Demokratie ist neben dem Chaos Computer Club der Open Leaks-Gründer, ein Herr vom Zentrum für digitalen Fortschritt und ein Mitglied der Piraten Partei geladen. Das klingt modern und großzügig, ist aber eher ein bisschen zu viel der Offenheit.

Unterstützer des Instituts ist u. a. Wikimedia. Über die Wikimedia Academy heißt es: Die Academy ist offen für alle an Forschung zu Wikipedia und Freiem Wissen interessierten Wissenschaftler. Das HIIG hat den Jahresbericht 2012 zur Netzfreiheit in Deutschland für die NGO Freedom House angefertigt.

Unter Kooperationen findet man die Erklärung: „Dank der initialen Förderung durch Google von 4,5 Mio € für drei Jahre und der weiteren finanziellen Unterstützung aus der Privatwirtschaft (die man auf der Website allerdings nicht findet – Anm. indivisio), konnte das Institut für Internet und Gesellschaft 2011 seine Arbeit aufnehmen und 2012 gegründet werden. Wir sind dankbar für die Unterstützung und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Förderern & Partnern!“

Die Wochenzeitung „Die ZEIT“ (Nr. 7/7.2.2013) schreibt in ihrem Dossier „Der gestohlene Film“ über die Direktorin Jeanette Hofmann: „Sie forscht zum Urheberrecht. Sie hält es für überflüssig. Ihre Stelle finanziert Google.“

 

 

← Zurück zu allen Artikeln