Mittwoch, 07. November 2012.Auf Entdeckungsreise zu Unternehmensgeschichten

Vor einigen Jahren kam ein mittelständisches Unternehmen zu uns, dessen Inhaber einen „nicht so schrecklich normalen, alltäglichen“ Text für sein Jubiläum von uns wollte. Das war deshalb bemerkenswert, weil das Unternehmen schrecklich normal und alltäglich daherkam. Aber es musste wohl etwas Ungewöhnliches zu entdecken geben, denn sonst wäre diese Bitte nicht an uns herangetragen worden. Wir machten uns also auf die Reise zu Firmendetails und fanden tatsächlich unzählige Geschichten, Fundstücke, Begegnungen und Entwicklungen, aus denen wir für Jahre schöpfen konnten.

Einst hatte ich die Gelegenheit, ein Interview mit Artur Fischer, dem Gründer der Fischer Werke, zu führen. Jedes Kind kennt dieses Unternehmen, das mit der Erfindung und Produktion von Dübeln groß wurde. Artur Fischer ist ein Erzähler, wie man ihn selten trifft, denn er hat ein Bewusstsein dafür was  Menschen interessiert und begeistert. Nie vergesse ich, wie er vor einer Schautafel „seiner“ Produkte stehen blieb und mir voller Stolz und mit strahlenden Augen einen Cupholder vorführte, der nach leichtem Antippen geräuschlos aus seiner Halterung und wieder zurück schnurrte. Artur Fischer sagte über sich selbst: „Das Denken hört nie auf“. Damals war er 85.

Es gibt viele Unternehmer, die, anders als Artur Fischer, ihre Schätze nicht wirklich kennen oder die meinen, ihre Geschichten seien nicht interessant genug, um erzählt zu werden. Dabei ist es nicht nur sehr spannend, gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen. Egal, ob es eine Erfindung, eine nachhaltige Produktionsweise, eine holprige und doch letztlich erfolgreiche Gründung, strenge Compliance-Richtlinien oder die Entwicklung einer ungewöhnlichen Prozessoptimierung ist – oder etwas ganz anderes: Es lohnt sich, diese Geschichten zu entdecken und sie zu erzählen – Mitarbeitern, Kunden, Geldgebern oder Lieferanten. Sie stärken das Selbstbewusstsein, das Image und die Marke.

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1 Kommentar

  1. Immer wieder fällt mir auf, dass viel mehr Menschen (und dann natürlich auch Firmen, Familien…) das im Bewusstsein haben und darüber reden, was sie nicht – oder noch nicht – haben. So wird Mangel befördert. Sobald wir auf das schauen, was da ist, beginnt der Reichtum.

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